Im Projektmodul Chirurgieassistent wird eine klinisch einsetzbare
Navigationsunterstützung entwickelt, die Mediziner bei einer optimalen Umsetzung
der Therapieplanung und der Durchführung von offenen leberchirurgischen
Eingriffen unterstützt. Das Assistenzsystem zur Navigation in der offenen
Leberchirurgie stellt dazu folgende Funktionalitäten zur Verfügung:
Navigierte und situsnahe
Visualisierung von Bild- und Planungsdaten: Die
während eines leberchirurgischen Eingriffs zur Verfügung stehenden prä- und
intraoperativen Bildmodalitäten und Planungsinformationen werden auf neuartigen
Darstellungssystemen und Bildschirmen direkt am Situs abgebildet. Dazu wird
ein kompakter Bildbetrachter realisiert, der direkt innerhalb des sterilen
Situs eingesetzt wird. Der Operateur hat die Möglichkeit, die angezeigten
präoperativen Planungs- und intraoperativen Ultraschallbilddaten in
verschiedenen Darstellungsmodi zu betrachten. Ausgehend vom Prinzip der
navigierten Bildbetrachtung werden innovative Formen und Systeme zur Darstellung
untersucht und realisiert. a)  b) Abbildung: Erste klinische Einsätze von im SOMIT-FUSION
Projekt bereits realisierten Assistenzsystemen in der hepatobiliären Chirurgie
(hier an der Charité Universitätsmedizin Berlin, Prof. Neuhaus, © MiMed 2005).
Navigation
von Instrumenten: Die Positionen der verwendeten chirurgischen Instrumente
(CUSA-Dissektor, WaterJet, Laserskalpelle, Ultraschallsonden etc.) werden
relativ zur Patientenanatomie gemessen. Die Positionen der Instrumente sind in
den intraoperativ aufgezeichneten Ultraschallbilddaten und nach einer
Registrierung auch mit den präoperativen Planungsdaten darstellbar. Dem
Operateur werden somit die Instrumentenpositionen relativ zu den realen
anatomischen Strukturen (Lebersegmente, Tumor) und den Planungszielen (Resektionsgrenzen,
Gefäßtrennungen) vermittelt. Der Operateur ist in der Lage, die Planung optimal
am Situs umzusetzen, dabei Risiken für den Patienten zu verringern und die
erreichbare Behandlungsqualität zu maximieren.
Navigated Control –
Leistungssteuerung aktiver chirurgischer Instrumente: Neben der Darstellung der Positionen von Instrumenten in den
aufgezeichneten Bild- und Planungsdaten besteht die Möglichkeit, in
Abhängigkeit von der Position einer Instrumentenspitze, relativ zur Patientenanatomie
auch die Leistungszufuhr für diese Instrumente zu steuern. Alle eingesetzten
aktiven chirurgischen Instrumente können auf diese Weise in ihrer Leistung
gesteuert werden. Das Steuersystem übernimmt dabei die Abschaltung der
Leistung, sobald sich das jeweilige Instrument einer sensiblen Struktur nähert
oder sich unzulässig weit von der Lokalität einer geplanten chirurgischen
Handlung entfernt. Diese Funktion minimiert die Gefahr unbeabsichtigter chirurgischer
Handgriffe bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Genauigkeit des Eingriffs.
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