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Mit jährlich mehr als 5 Millionen neu auftretenden malignen Fällen stellen primäre und sekundäre Lebertumore weltweit eine Erkrankung mit höchster klinischer und sozioökonomischer Relevanz dar. Bis heute ist die chirurgische Resektion die einzige anerkannte kurative Therapieform. Seit wenigen Jahren ist die interventionelle Tumorablation als palliative Therapieoption mit kurativem Potenzial hinzugetreten. In beiden Fällen hängt der Therapieerfolg ganz wesentlich von den folgenden drei Faktoren ab: der Sicherung eines tumorfreien Resektionsrandes einerseits sowie konkurrierend dazu, der Maximierung des funktionellen Restvolumen des verbleibenden Leberparenchyms und der Minimierung des Patiententraumas. In der Verbesserung dieser Faktoren liegt ein erhebliches Optimierungspotenzial, das durch die Nutzung von innovativen Techniken der individuellen Planung und Weichgewebsnavigation unter Einbeziehung minimal-invasiver Instrumente und Training erschlossen werden kann. Das Konzept des FUSION-Konsortiums verfolgt das Ziel einer individualisierten Präzisionschirurgie für Weichgewebe. Zentrale Komponente dieses Konzeptes ist die Übertragung von prä-operativ aus Volumenbilddaten (CT, MRT) gewonnenen Planungsdaten (u.a. Gefäße, Tumoren, Zugangswege, Schnittführungen) auf den Situs für die verschiedenen in Betracht kommenden Therapieoptionen (offene Chirurgie, Laparoskopie und/oder Ablation einschließlich transkutaner Verfahren) sowie deren Nutzung für die intra-operative Navigation und die Steuerung intelligenter minimal-invasiver Instrumente zur Unterstützung des Operateurs bei der zielgenauen Umsetzung der Operationsplanung. Die Verfahren werden zunächst für die offene Chirurgie und die interventionelle Tumorablation entwickelt und später auf die Laparoskopie übertragen. Das FUSION-Konsortium bringt führende Partner aus Medizin, Wissenschaft und Industrie zusammen, die auf fachliche Kompetenz, auf einschlägige Vorarbeiten und auf Erfahrungen in der qualitätsgesicherten Entwicklung innovativer Medizintechnik zurückgreifen können. Durch die Einbindung von fünf führenden klinischen Zentren für operative und interventionelle Tumortherapien und Transplantationen (Berlin, Düsseldorf, Essen, Hamburg und Lübeck) sind ein übergreifendes medizinisches Expertenwissen und eine breite Akzeptanz gewährleistet. Der modulare Aufbau des konzipierten Gesamtsystems erlaubt die Entwicklung und Evaluation einzelner technischer Komponenten an verschiedenen Standorten. Die Interoperabilität und die Integrationsfähigkeit werden durch die Einhaltung von Standards sichergestellt. Das gesamte System wird an einem Ort, dem FUSION-OP in Lübeck, zusammengeführt und einer umfassenden Evaluation auf Leistungsfähigkeit und Ergonomie unterzogen.
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